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Bauen & Wirtschaft

Rationeller Trockenbau oder ressourcenschonende Leichtbauweisen sind nur zwei Beispiele für die technischen Antworten, mit denen sich der Baustoff Gips den Anforderungen des zeitgemäßen Bauens stellt. Gleichzeitig engagiert sich die Gipsindustrie bei der vielschichtigen Diskussion, wie sowohl im Neubau als auch in der Modernisierung des Bestands der gesellschaftliche Rahmen für eine nachhaltige und ökonomisch vernünftige Baupolitik geschaffen werden kann.

Gipsindustrie unterstützt Forderung der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zu mehr energetischer Gebäudesanierung

Die Neuen Aktionspläne für Klimaschutz (BMUB) und Energieeffizienz (NAPE des BMWi) müssen zu mehr energetischer Gebäudesanierung motivieren! Notwendig ist vor allem eine Verdoppelung der Sanierungsquote von derzeit weniger als 1 Prozent auf 2 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, schlagen die Experten der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ insbesondere die Schaffung neuer steuerlicher Sanierungsanreize, die Aufstockung der KfW-Gebäudesanierungsprogramme und die förder- und baurechtliche Gleichstellung des Ersatzneubaus mit einer Vollsanierung vor.

Positionspapier

der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zur Steigerung der Energieeffizienz im Wohngebäudebereich

Megatrends in Construction

Am 16. Oktober 2013 fand zum zweiten Mal das « European Parliament Gypsum Forum »  in Brüssel im Europäischen Parlament statt. Das Motto lautete:

Megatrends in Construction – The three R’s: Renovation-Resource Efficiency-Recycling”.

Mit diesem Titel werden die künftigen Herausforderungen im Bauen auf den Punkt gebracht. Wenn man erkennt, dass im Bauwesen nicht nur der mit Abstand größte Stoffstrom bewegt wird und zum Anderen beim Thema Energieeffizienz einer der wichtigsten Hebel liegt, um CO2-Emissionen zu senken, wird klar, dass der wesentliche Schlüssel in der Renovierung des Baubestandes liegt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde genau hier angesetzt. Neue Recyclingansätze der Gipsindustrie wurden beleuchtet und Bauunternehmen und Architekten stellten interessante Lösungen vor, wie künftiges Bauen aussehen muss um Ressourcen zu schonen.

Hier der Link zum Programm, ergänzt um die Präsentationen der verschiedenen Referenten.

Mit Gips nachhaltig Bauen

Die gebaute Umwelt ist für mehr als ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs, ein Drittel aller globalen Emissionen und die Hälfte des weltweiten Verbrauchs an Materialressourcen verantwortlich. Die sich zunehmend verknappenden Energie- und Rohstoffressourcen verlangen einen aktiven, global wirkenden Schutz der Umwelt. Die demografische Entwicklung der Gesellschaft führt dazu, dass sich unsere Wohn- und Arbeitswelt wesentlich verändert. Barriere freies Wohnen, eine bedarfsgerechte Grundrissgestaltung und generationengerecht geplante Gebäude und Arbeitsstätten sind deshalb ebenso von großer Bedeutung.

Nachhaltig zu bauen bedeutet, unsere Gebäude energieeffizient und emissionsarm zu gestalten. Die Grundrisse unserer Wohnungen und Arbeitsplätze müssen über die gesamte Standzeit eines Gebäudes flexibel nutzbar bleiben. Die technische und funktionale Qualität des Gebäudebestandes ist bei ökologischen, ökonomischen und sozialen Veränderungen zu erhalten. Bei Abriss oder Umbau anfallende Bau- und Abbruchabfälle sind im günstigsten Falle zu recyceln und wieder in den Kreislauf der Rohstoffe einzugliedern.

Eine besondere Eigenschaft von Bauprodukten auf Gipsbasis ist ihre Recyclingfähigkeit. Aus einem Gipsprodukt kann nach erfolgtem Rückbau und Recycling grundsätzlich wieder neuer Rohgips gewonnen werden. Diese Eigenschaft ist unter den mineralischen Baustoffen einzigartig. Ausgangspunkt für die ökologische Dimension von Gipsprodukten ist der Rohstoff Calciumsulfat-Dihydrat (CaSO4⋅2H2O, Gipsstein), der als Mineral im Tagebau und als industrielles Nebenprodukt bei der Energiegewinnung zur Verfügung steht. Der Rohstoff gibt in einem vergleichsweise energieschonenden und emissionsarmen Brennprozess einen Teil seines kristallin gebundenen Wassers ab, wodurch das Halbhydrat CaSO4⋅½H2O entsteht. Bei der Herstellung von Gipsprodukten wirkt dieses Halbhydrat als Bindemittel, welches nach Wasserzugabe wiederum vollständig als Gips vorliegt (CaSO4⋅2H2O) und so den Stoffkreislauf ohne eine chemische Veränderung des ursprünglichen Rohstoffs in der Nutzungsphase fortführt. Mit anderen Worten: Ist Gips, bleibt Gips.

Die Umwelt-Produktdeklarationen für Gipsprodukte und Systeme (EPD, Environmental Product Declaration) der Forschungsvereinigung der Gipsindustriebeschreiben die Umweltleistungen von Gipsbaustoffen und Systemen mit dem Ziel, die Entwicklung des nachhaltigen Bauens mit Gips zu fördern. Die Ökobilanzen der Deklaration, die vom Bundesverband der Gipsindustrie herausgegeben werden, umfassen die Datensätze für Rohstoff- und Energiegewinnung, Rohstofftransporte und Herstellung von Gipsprodukten in Deutschland (von der Wiege bis zum Werkstor, from cradle to gate). Auf Basis dieser Deklarationen dokumentieren die Mitglieder des Bundesverbandes der Gipsindustrie die Umweltverträglichkeit ihrer Gipsprodukte und -lösungen. Mit der Veröffentlichung der Daten entsteht nicht nur ein hohes Maß an Transparenz über die baubiologische Unbedenklichkeit von Baustoffen aus Gips, sondern auch die Voraussetzung für den uneingeschränkten Einsatz der Baustoffe im zertifizierten Bauen (z.B. nach DGNB Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen oder BNB Bewertungssystem nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude).