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Naturgips

Wichtigster Ausgangstoff für die Gipsherstellung ist natürlich anstehendes Gipsgestein. Es entstand im Entwicklungsprozess der Erde durch die Ablagerungen in urzeitlichen Meeresteilen, die abgeschnürt wurden und trocken fielen. Im Zuge der Auskristallisation aus übersättigten wässrigen Lösungen in seichter werdenden Becken setzten sich in der Folge ihrer Löslichkeit Carbonate, Sulfate und zuletzt Chloride ab. Gips und Anhydrit gehören zu den Sulfaten (Calciumsulfat), die vor allem in den geologischen Formationen des Perm, speziell seiner Unterformation Zechstein, sowie des Trias, hier speziell des Muschelkalks und Keupers, anzutreffen sind. Die ältesten Vorkommen stammen mit einem Alter von rund 240 Millionen Jahren aus dem Zechstein. Die Gipse des Muschelkalks sind durchschnittlich 215 Millionen Jahre alt, während die Keuper­Gipse etwa 10 Millionen Jahre jünger sind. Im Mittelmeerraum stehen außerdem Gipse aus dem Tertiär an, das vor etwa 65 Millionen Jahren begann.

Je nach geologischer Vorgeschichte weist Gipsgestein in den verschiedenen Vorkommen und selbst innerhalb einer Lagerstätte Unterschiede im Reinheitsgrad, der Farbe sowie dem Gefüge auf. So wird die an sich naturweiße Farbe des Gipses durch Beimischungen von z.B. Ton, Mergel oder Eisenoxiden beeinflusst.

 

Formen und Varietäten

Die Struktur kann von sehr feinkörnig bis zu quadratmetergroßen tafelförmigen Platten reichen. Nur vereinzelt tritt eine nahezu schneeweiße und besonders homogene Kristallstruktur auf, die Alabaster genannt wird. Alabaster wird seit Jahrhunderten für Bildhauerarbeiten oder die Anfertigung kunsthandwerklicher Gegenstände verwendet.

Eine andere Varietät des Gipses ist das lichtdurchlässige Marienglas, auch Selenit oder Mondstein genannt. Das Gestein erhielt seinen Namen durch die Verwendung als Glasscheibenersatz vor Marienbildern. In einer Mine im mexikanischen Naica wurden Selenitkristalle von bis zu 15 Meter Länge entdeckt.

Fast wie eine dekorative Laune der Natur wirken Sandrosen, bizarr geformte Gips-Mineralstrukturen von wenigen Zentimetern bis zu meterdicken Durchmessern. Sie entstehen vor allem in sehr trockenen Gebieten der Erde und werden deshalb auch Wüstenrosen oder Gipsrosen genannt. Sandrosen sind ein beliebtes Sammlerobjekt, haben aber keine technische Bedeutung.