Baugipse (Gips-Trockenmörtel)  ­>  Baustoffe

Anwendungen

Anwendung in Innenräumen

Gipsputze- und -spachtel können für die Herstellung ebener, glatter und optisch anspruchsvoller Oberflächen auf Wänden und Decken in allen Innenräumen mit normaler Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden. Ihr Einsatz ist deshalb auch in Bad-, Küchen- und Sanitärbereichen im Wohn- und Objektbau ohne Wenn und Aber möglich, weil in diesen sogenannten „häuslichen“ Feuchträumen nur vorüber­­gehende und geringe Feuchtigkeitsbeanspruchungen auftreten. Dies gilt ebenso für Bereiche wie Garagen, Werkstätten oder Kellerräume. Gipsputze eignen sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich auch als Ansetzgrund für Beläge aus keramischen Fliesen oder Natursteinen – in direkt mit Wasser beaufschlagten Bereichen in Kombination mit Verbundabdichtungen.

Lediglich im Außenbereich, für Keller- oder Sockelbauteile ohne ausreichende Abdichtung gegen Feuchtigkeit oder in gewerblichen Feuchträumen wie Großküchen, Schwimmbädern oder Waschanlagen finden Baustoffe aus Gips keine Anwendung.

Anwendung auf bauüblichen Putzgründen

Gipsputze- und -spachtel können auf praktisch allen geeigneten, bauüblichen Putzgründen verarbeitet werden, sofern diese tragfähig, trocken, formstabil sowie staub- und frostfrei sind, so auch auf

  • gefügedichtem, glattem Normalbeton
  • schalungsrauem Normalbeton als Ortbeton
  • haufwerksporigem Leichtbeton, z.B. aus Bims
  • konventionellem Mauerwerk mit Mörtelfugen
  • Plansteinmauerwerk mit geklebten Fugen
  • vorhandenen Putzen auf Gips-, Kalk-, Zement- oder Kalkzementbasis
  • Gipsplatten, Gipsfaserplatten, Gips-Wandbauplatten
  • Putzträgerplatten oder Putzträger, z.B. aus Rippenstreckmetall oder Ziegeldrahtgewebe
  • ausreichend festen, maßstabilen Dämmstoffen

Lediglich Holz, Metall und Glas stellen keine geeigneten Untergründe dar. Bauteile oder Einbauelemente aus diesen Materialien werden mit Putzträgern überspannt. Besonders auf Betonfertigteilen aus Leichtbeton mit gefügedichter Struktur ist zwingend eine Bestimmung der Kernfeuchtigkeit erforderlich.

Gips beim Bauen im Bestand

Bei zu sanierenden Objekten spricht aus putztechnischer Sicht nichts gegen Erhalt und Überarbeitung bestehender Teilflächen aus Gipsputz – eine bauliche schadenfreie Grundsubstanz immer vorausgesetzt. Gips bietet in solchen Situationen den großen Vorteil, dass zu erneuernde Teilflächen stoffgleich zur ursprünglichen Ausführung ergänzt werden können. Es ist dies die Vorgehensweise des maximalen Bewahrens, die den zusätzlichen Charme hat, dass alle Flächen nach der Sanierung homogen aus Gips bestehen und die Materialwahl des ursprünglichen Baumeisters sozusagen noch einmal bestätigt wird.

Es stellt sich beim Bauen im Bestand aber immer auch die Frage, ob diese Vorgehensweise dem Ziel der Modernisierung gerecht wird. Denn Putzschichten wurden auch in der Vergangenheit als Verschleißschichten interpretiert, die nach Jahrzehnten der Nutzung und damit auch der Abnutzung planmäßig erneuert werden sollten. Die komplette Beseitigung und Erneuerung eines stark abgenutzten Innenputzes zeugt unter diesem Aspekt also nicht von mangelndem Respekt gegenüber der ursprünglichen Leistung, sondern ist im Gegenteil die adäquate Fortführung der historischen Idee. Außerdem können gerade mit Gips moderne Ansprüche an Bauphysik, Behaglichkeit und optische Qualität beim Bauen im Bestand berücksichtigt werden. Mit einem komplett neuen Innenputz erhalten Gebäude ihre zeitgemäße Funktionalität und Nutzbarkeit also zurück.


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